Mit dem Grundsatzpapier „Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen im hohen Lebensalter in Pflegeeinrichtungen“ gehen Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) und Deutscher Hospiz- und PalliativVerband (DHPV) an die Öffentlichkeit.
“Rund 2.4 Millionen Menschen sind in Deutschland pflegebedürftig, im Jahr 2030 werden es schätzungsweise 3.5 Millionen sein. Eine zunehmende Anzahl alter Menschen lebt am Ende des Lebens in einer von derzeit rund 11 600 stationären Pflegeeinrichtungen und stirbt auch dort. Aufgrund dieser Entwicklung haben DHPV und DGP eine ‘radikal bewohnerorientierte’ Stellungnahme entwickelt mit dem Ziel, konkrete Anforderungen an die Pflegeheime zu benennen.
DGP und DHPV fordern, dass die Begleitung, Pflege und Behandlung sterbender Menschen und ihrer Angehörigen als eine der wichtigsten Säulen der Arbeit von Pflegeeinrichtungen anerkannt werden und im Sinne von Hospizkultur und Palliativkompetenz in die grundlegende Philosophie der Einrichtungen integriert wird. ‘Um dies zu erreichen, müssen Strategien und Rahmenbedin-gungen entwickelt werden, um die personellen und finanziellen Voraussetzungen in den Heimen zu schaffen’, so Meike Schwermann (DGP), Sprecherin der gemeinsamen Arbeitgruppe der Verbände. Gerda Graf (DHPV), ebenfalls Sprecherin, ergänzte: ‘Wir müssen die Pflegeheime bei der Umsetzung unterstützen, indem wir dafür Sorge tragen, dass sie in die vernetzte Versorgung ster-bender und schwerstkranker Menschen eingebunden werden’”.
Der alte Mensch im Mittelpunkt – Wie wird dieser Wunsch zur Wirklichkeit im Pflegeheim? Pressemitteilung vom 27.8.2012
KdA und Robert Bosch Stiftung haben die Entwicklung des Curriculums Palliative Praxis möglich gemacht. Es zielt darauf Angestellte in Altenheimen weiter zu bilden … auch wenn sie keine Berufsausbildung haben. Das KdA hat jetzt “10 Gründe” für solche Schulungen veröffentlicht:
1) Einrichtung werden dabei unterstützt Pflege weniger “funktional” und mehr “ganzheitlich” zu organisieren.
2) Teilnehmenden wird eine andere Sicht auf Alltagssituationen vermittelt. “Sie lernen die Perspektiven anderer Beteiligter am Pflege- bzw. Trauerprozess kennen. Die Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen (z.B. Haus- und Fachärzten) und Personen (z.B. pflegenden Angehörigen, Freunden und Bekannten) wird verbessert.”
3) Der Anteil von Bewohnerinnen und Bewohnern, die zum Sterben in Krankenhäuser eingewiesen werden, wird verringert
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6) Der innerbetriebliche Wissenstransfer wird unterstützt und die Rolle der Palliative Care Fachkräfte in den Einrichtungen wird gestärkt.
7) Die Arbeitszufriedenheit und Motivation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wird erhöht.
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Den vollständigen Text und viele weitere Informationen finden Sie im Newsletter Palliative Praxis (Juli 2012, pdf-Datei)
“Regionale Untersuchungen zeigen, dass derzeit rund 30% der Menschen in einer Pflegeeinrichtung sterben. Diese Zahl wird mit Blick auf die demographische Entwicklung weiter zunehmen.”
“‘Eine hospizliche Haltung und eine gute Palliativkompetenz gehören noch immer nicht zum Selbstverständnis jeder Pflegeeinrichtung. Nur so aber können alle Bewohnerinnen und Bewohner bis zum Lebensende würdevoll begleitet werden. Wir werden uns weiterhin mit unserem Wissen und unseren Möglichkeiten mit allem Nachdruck dafür einsetzen’, so Dr. Birgit Weihrauch, Vorstandsvorsitzende des Deutschen Hospiz- und PalliativVerbands” in einer Presseerklärung am 25.4.2012
Quelle: Deutscher Hospiz- und PalliativVerband zum 3. Pflege-Qualitätsbericht: Hospizhaltung und Palliativkompetenz müssen in Pflegeeinrichtungen selbstverständlich werden
Der Mabuse-Verlag bewirbt sein Buch:
Anne Elisabeth Höfler: “Führen und Leiten in Hospizarbeit und Palliative Care“, 280 S., 29,90 EUR
Aus den Verlagsinformationen: “Diese Forschungsarbeit beleuchtet einen wenig beachteten Aspekt der Hospizarbeit und Palliative Care: Führung und Leitung. Grundlage sind qualitative Interviews mit Führungskräften aus Hospiz -und Palliativeinrichtungen in Österreich. Im Zuge der Darstellung und theoretischen Reflexion ihrer Ergebnisse arbeitet die Autorin zentrale Spannungsfelder heraus, in denen sich Leitende im Feld Hospizarbeit und Palliative Care bewegen. Darauf aufbauend entwickelt sie Empfehlungen für das hospizlich-palliative Leitungshandeln.”
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In Großbritannien ist im Juni 2007 eine 40-seitige Broschüre: “Building on firm foundations. Improving end of life care in care homes: examples of innovative practice [.pdf]” erschienen. Darin finden sich Informationen zu einer Fragebogenaktion unter Pflegekräften in Altenheimen. Auf der Basis werden 30 Beispiele für die Umsetzung verschiedener Aspekte der Palliativpflege in der stationären Altenhilfe kurz beschrieben.
Das End-of-Life Nursing Education Consortium (ELNEC) Projekt ist eine US Weiterbildungsinitiative, die sich an Pflegekräfte richtet. Es werden MultiplikatorInnen ausgebildet, die dann vor Ort, in den Einrichtungen, Teammitglieder über Palliativpflege informieren. Inzwischen wurden auch inhaltliche Schwerpunkte zu Onkologie oder Geriatrie, erarbeitet. Die Arbeit wurde 2000 begonnen und bis heute fortgesetzt. Inzwischen sind auch International, zum Beispiel in Österreich oder Indien Seminare durchgeführt worden.
Zur ELNEC Projektseite
Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Fragen der Pflege ist in Deutschland erst wenige Jahrzehnte alt und Jahr für Jahr kommen neue Lehrstühle, Forschungseinrichtungen oder Stiftungen hinzu. Es wurden und werden im deutschsprachigen Raum vielfältige Projekte und Studien durchgeführt, die sich mit der Pflege und Betreuung alter, hilfebedürftiger und behinderter Menschen beschäftigen. Das reicht von lokalen Initiativen über Ausschreibungen auf Bundes- und Landesebene hin zu einer Vielzahl von Eigenprojekten an Hochschulen oder den Aktivitäten von Stiftungen.
Bisher konnte sich keine Plattform herausbilden, die verlässlich dokumnentiert, woran an den vielen verschiedenen Orten gearbeitet wird. Die Privaten Krankenversicherungen betreiben das Zentrum für Qualität in der Pflege" (ZQP) und haben in diesem Rahmen die "ZQP Projektdatenbank" erarbeitet. Dort "werden erstmals Projekte und Studien im Bereich der Pflege und Versorgung … zentral erfasst. Es handelt sich hierbei um eine ausschließliche Listung von einmaligen und zeitlich begrenzten Vorhaben und nicht um eine Literaturdatenbank. Der Datensatz ist in der ersten Phase das Ergebnis einer eigenen umfassenden Online-Recherche."
Die Betreiber laden die Forschungsgemeinde herzlich ein, weitere Projekte zu melden. So könnte in der Zukunft die Recherche nicht nur für die Pflegewissensschaft erheblich vereinfacht werden, sondern viele Studien werden der breiten Öffentlichkeit auf diese Art erst zugänglich gemacht.
Es sind bereits mehrere hundert Arbeiten erfasst. Darunter sind auch einige, die sich mit der Palliativpflege in der stationären Altenpflege befassen.
Zur ZQP Projekt- und Studiendatenbank
“In der stationären Altenhilfe ist die Zunahme an demenziell veränderten und gerontopsychiatrisch veränderten Bewohnern in den Einrichtungen spürbar. Parallel scheint die Lebenszeit, die Menschen in stationären Einrichtungen verbringen, sich immer weiter zu verkürzen. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob die auf Aktivität und Rehabilitation konzentrierten Ansätze der 80er Jahre noch eine lebensweltliche Wirklichkeit in der stationären Versorgung haben. Zunehmend muss hier der Fokus auf die würdige Begleitung des Lebensendes gelegt werden. Dazu bedarf es jedoch neben anderen pflegerischen Konzepten (Palliativpflege, Caring etc.) auch einem “Umdenken” bei den beruflich Pflegenden. Dieser Wandel wird nicht ohne eine begleitende Bildungsarbeit zu vollziehen sein, der zunächst eine Sensibilisierung für das Thema vorausgehen muss … Im Projekt sollen Visionen einer würdigen Sterbebegleitung für die stationäre Altenhilfe und die ambulanten Dienste entwickelt werden. Diese sollen auf der Basis von Mitarbeitereinschätzungen, -erfahrungen und -wünschen sowie unter Berücksichtigung der Perspektive der Angehörigen und Betroffenen entwickelt werden. Die Konzeptualisierung soll praxisnah und unter Beteiligung der entsprechenden Einrichtungen vorgenommen und dann step by step umgesetzt werden. Das dip übernimmt neben der wissenschaftlichen Evaluation auch Beratungs- und Unterstützungsfunktionen.”
Das Projekt “Würdige Sterbebegleitung Viersen” lief von 2006 bis 2008 und wurde wissenschaftlich vom Deutschen Institut für angewandte Pflegeforschung (DIP) begleitet.
Zur Projekseite beim DIP. Dort finden Sie auch zwei Projektberichte zum herunter laden.
Die Robert Bosch Stiftung hat das “interdisziplinäre Curriculum Palliative Praxis” entwickeln lassen.
“In Altenpflegeeinrichtungen und in der häuslichen Pflege kommt den betroffenen alten Menschen noch zu wenig palliative Hilfe und Sterbebegleitung zugute. Das liegt auch daran, dass viele Mitarbeiter der stationären und ambulanten Altenhilfe nicht über spezielle, für die Begleitung alter Menschen geeignete Fachkenntnisse verfügen. Palliative Care ist noch allzu häufig auf die Anwendung durch Spezialisten angewiesen, so dass sich eine palliative Praxis dort, wo alte Menschen leben und sterben, noch nicht durchsetzen konnte. Dies gilt insbesondere für die wachsende Gruppe der Demenzkranken, die mittlerweile über die Hälfte der Bewohnerschaft von stationären Altenpflegeeinrichtungen ausmacht, und die eine spezifische Form der Palliativbetreuung benötigt.”
Man hat für eine 40stündige Weiterbildung, die auch für Pflegehilfskräfte geeignet sein soll, “den Schwerpunkt auf die Begleitung von dementiell erkrankten Menschen, deren Prinzipien wesentlich für die gesamte Gruppe pflegebedürftiger alter Menschen gelten können” gelegt.
Anerkennungen für “ModeratorInnen”, die entsprechende Weiterbildungen leiten, werden vom KDA organisiert. zur Projektseite